Dein Gig-Kick für November 2016

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Hallo Freund,

bist du auch so verliebt wie ich? :) Die Liebe ist doch echt das Größte.  

Vor einiger Zeit unterhielt ich mich mit Jugendlichen über die Liebe, das Heiraten und die Ehe. Interessanterweise war die dominierende Grundeinstellung zu diesem Thema die Auffassung, es müsse ein gegenseitiges Geben und Nehmen sein, wobei dieser Konsens allgemein weit verbreitet ist und unabhängig von Alter, Geschlecht oder sozialem Kontext vertreten wird.

Wenn ich dann erwähne, dass ich das durchaus GANZ anders sehe, schauen mich regelmäßig erst einmal ganz erstaunte Gesichter an. Und du Freund, wie geht es dir, wenn du das liest? Was würdest DU mir antworten, wenn ich dich frage:

Was genau ist Liebe?  

Und wenn ich jetzt nach Liebe frage, meine ich die WAHRE Liebe. Diese unterscheidet sich signifikant von dem, was im Allgemeinen vermeintlich unter Liebe verstanden wird, von der "prostituierten Liebe“. Denn genau betrachtet ist sie letztlich käuflich. Wie meine ich das?

Zunehmend ist „Ich liebe DICH“ nicht mehr tatsächlich an den angesprochenen Menschen adressiert in Wertschätzung seiner Faszination, weil er eben absolut einzigartig ist in allen seinen Stärken und seinen Schwächen. Vielmehr drückt dieser Satz die „Liebe“ zu einem wohltuenden GEFÜHL aus, welches der andere in einem Menschen hervorruft. 

„Ich ´liebe´ dich, wenn du dies oder jenes tust, …wenn du dich soundso verhältst, …wenn du mir dies und das gibst, …wenn du mich dies und jenes tun lässt…“

Diese „Liebe“ ist an Bedingungen geknüpft. Und wenngleich sie ziemlich verbreitet ist, ist sie nicht echt. Es ist falsch verstandene Liebe, denn in Wahrheit verbirgt sich dahinter ein Geschäft. Diese „Liebe“ ist mit Erwartungen verknüpft. Sie fordert vom anderen und hat keinen dauerhaften Bestand. Sie bleibt NICHT für IMMER, sondern sie ist zeitlich begrenzt und abhängig. 

Natürlich ist es genial und geradezu perfekt, wenn sich zur Wertschätzung des Gegenübers auch noch der Genuss und die Wohltat für das eigene Ich hinzugesellen. Bedauerlicherweise liegt jedoch zunehmend der Fokus primär oder alleinig auf dem persönlichen Vorteil. Das führt dazu, dass Partnerschaften insgesamt wie auch die Partner im einzelnen auf den involvierten Nutzen reduziert werden, Tendenz steigend. 

Nach dem Motto: „Wir gehen das Ganze mal ganz locker an… Mal sehen, was wird… Solange es geht, geht`s…“, werden Beziehungen begründet. Derartige Leitsätze implizieren eine Kernaussage: Solange ich mir einen Vorteil, Nutzen, Genuss davon verspreche, bin ich dabei. Wenn sich die Beziehung für mich nicht mehr lohnt, gehe ich. Und da der Trauschein zudem immer unpopulärer wird, ist dieses Gehen oft lediglich nicht mehr Aufwand, als mit dem eigenen Krempel bepackt die Haustür für immer hinter sich zu schließen. Ziemlich easy. 

ECHTE Liebe aber ist gewaltig und groß. Sie lässt sich durch kein Hindernis aufhalten und kann jeden Widerstand überwinden. 

Wer einmal liebt, WIRKLICH liebt, liebt tief im Herzen und das für alle Zeit. 

Dabei sind Enttäuschungen inklusive. Diese Erfahrungen gehören dazu. Sie tun aber der Liebe keinen Abbruch. 

Eine der beeindruckendsten Liebesgeschichten ist für mich die von Jakob und Rahel. Du kannst sie in 1.Mose 29 ff nachlesen. 

Schon bei ihrer ersten Begegnung fühlt sich Jakob zu Rahel hingezogen und ganz schnell wird ihm klar: Er liebt Rahel. 

Nun war es damals üblich, dass der Bräutigam an die Familie der Braut ein Brautgeld zu zahlen hatte. Es konnte aus Geld-, Sach- oder Dienstleistungen bestehen. Jakob bietet daher Rahels Vater Laban an, sieben Jahre lang für ihn zu arbeiten, um dann Rahel heiraten zu können. „Die Zeit verging für ihn wie im Flug, weil er Rahel liebte.“ (1.Mose 29,20)

 Als die sieben Jahre vergangen waren, lud Laban Verwandte und Freunde zu einem Hochzeitsfest ein. Gut vorstellbar, dass Laban seinen Neffen damit absichtlich betrunken machen wollte. Denn am Abend brachte Laban nicht Rahel, sondern seine ältere Tochter Lea zu Jakob und Jakob schlief mit ihr. Erst am Morgen stellte er dann fest, dass es Lea war. Damals galten ein Mann und eine Frau als verheiratet, wenn sie miteinander geschlafen hatten. 

Stell dir vor: Da hatte Jakob sieben Jahre lang für seine große Liebe geschuftet und dann das…! Eiskalt hatte ihn sein Onkel hinters Licht geführt und betrogen. 

Was muss das für ein Schock für Jakob gewesen sein! Statt seiner erhofften Liebe findet er Lea neben sich vor… Er muss unsagbar wütend auf Laban gewesen sein! Oder versetze dich auch einmal in Rahels Lage:  Rahel und Jakob liebten einander gleichermaßen. Am Abend wurde gefeiert und sie freut sich, nun bald mit ihrem Geliebten zusammen zu sein. Dann kommt die Hochzeitsnacht und vielleicht hat sie ihr Vater sogar eingesperrt als sie zu Jakob will… Sie muss verzweifelt gewesen sein, vielleicht hat sie geweint, vielleicht gerufen und geschrien … Welch eine Tragik, welch ein Leid für die sich Liebenden…

Mir fällt gerade ein, dass der Volksmund sagt: „Zeit heilt alle Wunden.“ Doch das stimmt nicht. Zeit kann das nicht. Das kann nur die Liebe, echte, wahre Liebe.

Mit der ZEIT lernt man bestenfalls, mit Verletzungen und den daraus resultierten Kollateralschäden bestmöglichst umzugehen. Heilen kann Zeit kein Leid, keine Verletzung, keinen Herzschmerz. 

Aber die Liebe – und NUR die Liebe schafft es, dass Wunden wirklich heilen. 

Manchmal bleiben Narben zurück. Doch bekanntermaßen ist eine tiefe Wunde, die GUT verheilt, eines Tages die Körperstelle mit dem widerstandsfähigsten Gewebe. ;) 

Laban legitimiert seine Intrige übrigens ganz unbeeindruckt mit der Auffassung, dass es nicht üblich sei, die Ältere vor der Jüngeren zu verheiraten. Oha… das war ihm sieben Jahre lang scheinbar noch gar nicht aufgefallen… ;) Entweder hatte er zur Hochzeitsfeier einen regelrechten Geisteblitz oder einfach nur einen ganz miesen Charakter.

Und wenngleich Jakob schweren Herzens die Konsequenzen tragen muss, hält er an der Liebe zu Rahel fest. Er ist fest entschlossen, für diese Liebe zu kämpfen, sodass er weitere sieben Jahre bei Laban arbeitet, um (wiederholt) den Brautpreis für Rahel zu erbringen.

Keine Intrige, kein Konflikt, kein Opfer konnten Jakob davon abhalten, Rahel in seinem Herzen aufrichtig und selbstlos zu lieben.

"… Denn stark wie der Tod ist die Liebe und ihre Leidenschaft so unentrinnbar wie das Totenreich. Ihre Glut lodert wie Feuer; sie ist eine Flamme des Herrn. Große Wassermassen können die Liebe nicht auslöschen, Ströme sie nicht überfluten. Und wenn einer seinen ganzen Besitz hergäbe, um sich die Liebe zu erkaufen, so würde man nur über ihn spotten. " (Hoheslied 8,6-7; NLB)

"Liebe ist so stark wie der Tod" – das ist schon ein gewaltiges Vokabular aus dem Alten Testament der Bibel, findest du nicht auch? Was bedeutet das genau? 

Nun, wahre, echte Liebe verfolgt mit großem Eifer, beharrlich und unerbittlich wie der Tod ihr Ziel. Sie kann weder von der Zeit noch von einer Katastrophe zerstört werden. Sie kann nicht gekauft werden, weil sie FREIWILLIG GEGEBEN wird. Die Liebe ist UNBEZAHLBAR.

Und seit Jesu Tod und Auferstehung ist Liebe sogar STÄRKER als der Tod.

Eine allumfassende und gleichzeitig auf den Punkt gebrachte Definition echter Liebe findest du in 1.Korinther 13, 4-7. Mit dieser Liebe wirst du übrigens auch von Gott geliebt.

Falls du  jetzt vielleicht darüber grübelst, ob du überhaupt in der Lage bist, so zu lieben, wie es in 1. Korinther 13 beschrieben ist, kann ich dir  ganz klar versichern: Du bist es. Denn Gott selbst hat diese Liebe bereits in die Herzen der Menschen hineingelegt. /Römer 5,5 – Luther)

Wenn du also unter die Kategorie Mensch zählst, besitzt du diese Veranlagung. Sie ist Teil deiner geistlichen DNA. Aktivieren und auch trainieren musst du sie allerdings selbst. Anderenfalls bleibt sie wie ein nicht trainierter Muskel zwar vorhanden, aber ansonsten nicht wahrnehmbar und kümmerlich.

Echte Liebe ist kein Geschäft. Ungeachtet dessen ist es natürlich großartig und toll, wenn es ein Geben und ein Nehmen ist. In einer gesunden Beziehung funktioniert das auch so. Beide Partner ergänzen einander, bilden ein gleichWERTiges Gegenüber. Gesunde Beziehungen speisen sich mit einer Wertebasis aus gegenseitiger Liebe, Respekt und Anerkennung. Die Stärken des einen Partners machen die eher „ausbaufähigen Ressourcen“ ;) des jeweils anderen wett. Man fängt sich gegenseitig auf, trägt, fördert und fordert sich im positiven Sinne.

Das ist, wie gesagt wünschenswert. Absolut. Aber einen Anspruch haben wir darauf nicht.

Das sollte auch jedem klar sein, der heiraten will. Wenn du eine Beziehung eingehen und heiraten willst, damit der andere dich glücklich macht, dann ist das eine Geschäfts- und keine Liebesbeziehung. Natürlich „darfst“ du das so sehen und erwarten, aber LIEBE ist das nicht. Liebe ist selbstlos, sie fordert nicht…

Zu erwarten, dass ein anderer dich glücklich macht, ist, einem Menschen eine Last auf die Schultern zu legen, die er niemals tragen kann.

KEIN Mensch kann das. Das Scheitern einer solchen Beziehung ist vorprogrammiert. Denn derartig irreale Erwartungen werden sich logischerweise nicht erfüllen. Die Folge ist Enttäuschung - …interessantes Wort übrigens: ENT- TÄUSCHUNG…bedeutet, die „Täuschung“ wird weggenommen. Auf den Punkt gebracht heißt das:

Enttäuschung ist nichts anderes als das Ergebnis falscher Erwartungen.

Das gilt übrigens für alle Bereiche des Lebens. Denk mal darüber nach, wenn du willst – an dieser Stelle von mir dafür eine klare Empfehlung. :) Denn wer das wirklich erkennt, wird befähigt, die verschiedensten Konfliktsituationen des Alltags zu entschlüsseln und zu entwirren sowie persönlichen Nutzen daraus zu ziehen. 

Die große Liebe unseres Lebens und ein glückliches Leben sind kein „Schicksal“, sondern die Summe unserer täglichen Gedanken und Handlungen. Liebe und Glück tatsächlich zu erleben, ist eine Frage der Übung.

Wenn es also noch nicht so recht klappen will in Sachen Liebe und Glück kann es daran liegen, dass du vielleicht das Falsche übst. ;)

Jakob war ein ganz normaler Mensch wie du und ich. Ihm war durchaus bewusst, dass ihm Unrecht geschah. Aber er stellt sich den Anforderungen. Und so KÄMPFT Jakob sich durch den Alltag. Die Liebe treibt ihn dazu an. Er ist bereit, Opfer zu bringen und Verletzungen zu ertragen. Er erduldet die Lügen Labans und seine durch und durch selbstgefälligen und egoistisch motivierten Attacken und Launen. Und in allem segnet Gott Jakob und seine Familie.

Interessant finde ich, dass auch Laban von diesem Segen profitiert und während der Anwesenheit Jakobs ebenfalls zu Wohlstand kommt. Und obwohl Laban Jakob so viel zu verdanken hat, behandelt er ihn respektlos, er belügt und betrügt ihn und sucht in jeder Situation nur seinen eigenen Vorteil. Zudem wird das Verhältnis von Laban zu Jakob im Laufe der Zeit zunehmend unterkühlter.

Doch dann kommt die Wende – denn in 1. Mose 31,3 + 12 lesen wir etwas Überraschendes: Gott weist Jakob an, Laban zu verlassen und in seine ursprüngliche Heimat zurück zu gehen.

Jakob gehorcht. Als Laban davon erfährt, wird er wütend, weil er seine Felle, resp. Vorteile, davonschwimmen sieht. Aber es gibt kein Zurück mehr. Gott hat das Unrecht gesehen, das Jakob widerfuhr und er hilft ihm heraus.

Ein Pastor, den ich sehr für seine bibeltreue Verkündigung schätze, schrieb kürzlich: 

„Wenn das Umfeld, in dem Sie Zeit verbringen, Sie nicht zu Liebe und guten Taten anstiftet, müssen Sie Ihr Umfeld wechseln.“ 

Das machte mich nachdenklich. Denn diese Botschaft ist biblisch und gilt uns heute wie auch schon zur Zeit des AT. Obwohl Jakob seinem Onkel die gesamte Zeit hinweg zuverlässig diente und ihm ehrlich begegnete, wollte dieser nicht von seinem falschen Lebensstil umkehren. All die Jahre nutzte Laban seinen Neffen aus, um sich selbst zu bereichern. Er dachte nicht daran, zur Wahrheit umzukehren. Das hatte Konsequenzen.

Manchmal weist Gott uns an, unsere Beziehungen auf den Prüfstand zu stellen. Das kann Freundschaften, Interessensgemeinschaften, Organisationen u.s.w. gleichermaßen betreffen. Wir MÜSSEN das nicht tun, aber wir DÜRFEN es tun. Und wir sollten es AUF KEINEN FALL IGNORIEREN, wenn Gott es uns auf`s Herz legt.

"Alles hat seine Zeit" (Prediger 3) - Kämpfen hat seine Zeit, das Durchhalten hat seine Zeit und Losgehen hat seine Zeit. Dabei sollten wir alles weise und überlegt tun, zu SEINER Zeit, zu Gottes Zeit. Denn dann wird er mit uns sein. (1.Mose 31,3)

Manchmal fällt es uns zugegebenermaßen schwer, vertraute Küsten zu verlassen. Und doch kann genau das notwendig sein, um in unserer Berufung weiterzukommen und zu wachsen.

„Das Schiff ist sicher, wenn es im Hafen liegt. Doch dafür werden Schiffe nicht gebaut.“ P.Coello

Und so wie Jakob und seine Familie genau zur richtigen Zeit das Richtige taten, als Gott sie anwies, Laban zu verlassen, werden auch wir zur richtigen Zeit das Richtige tun, wenn wir uns von der Liebe Jesu dabei leiten lassen. Denn:

                     „Gott IST die Liebe.“  (1.Johannes 4,16)

 

Von Herz zu Herz

Anett Kladrowa im Namen des God is good Teams

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