Dein Gig-Kick für Oktober 2015

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Hallo Freund,

hast du schon mal etwas vergessen? Menschen neigen ganz allgemein dazu, zu vergessen. ;)

Kürzlich erst erinnerte ich mich daran, wo ich - als Teil einer großen Familie - meine territorialen Wurzeln habe.

Vor ca. 70 Jahren kam mein Vater, gemeinsam mit seiner Mutter und fünf Geschwistern nach Deutschland. Mein Vater war noch ein Baby, als sie aus Schlesien flohen, weil sie um ihr Leben fürchteten. Mein Opa war bereits im Krieg und kehrte von da auch nicht zurück; ich habe ihn leider nie kennengelernt.

Damals ging es Tausenden so wie meiner Herkunftsfamilie. Sie flüchteten vor Gefahr, als die sowjetische Armee die deutsche Wehrmacht nach Westen zurückdrängte (1944-1945). Die Menschen hatten Angst um ihr Leben und das ihrer Kinder. Sie wollten sich eine neue Heimat suchen, in der sie Fuß fassen und ein lebenswertes Leben erwarten konnten. 

Schon im Buch Josua lesen wir, wie Gott Menschen aus Not und Verzweiflung in ein neues und freies Land führt.

Deshalb meine ich, dass auch nicht allein die Angst vor Krieg und Tod ein plausibles und nachvollziehbares Motiv sein kann, um in ein anderes Land zu ziehen. Ich kenne einige Menschen, die ihre Heimat "lediglich" deshalb verlassen, um anderswo ihrem gelernten Job nachzugehen. Manchmal finden sie in ihrer Heimatregion in ihrem Ausbildungsberuf keine Anstellung; manchmal gehen sie auch nur deshalb, weil sie anderswo mehr verdienen. Sie wollen so einfach besser für sich und ihre Familie sorgen können. Manch einer reist dazu nach Amerika oder in die Schweiz, andere „nur“ in ein anderes BundesLAND. 

Oder erinnern wir uns an die zahlreichen Menschen, die 1989 als gebürtige DDR- Bürger allein oder mit ihren Familien über Ungarn flohen, weil sie sich nach mehr Komfort, Luxus und Annehmlichkeiten (z.B. Reisefreiheit) sehnten. Die allerwenigsten von ihnen mussten damals Todesängste ausstehen oder drohten, am Hungertod zu sterben. Sie gingen allein deshalb, weil sie sich so ein besseres Stück vom Lebensglück erhofften.

Viele von den Menschen, die heute in hitzigsten Diskussionen vehement gegen die Einreise von Asylsuchenden votieren, haben dabei gänzlich die Fragmente der eigenen Geschichte vergessen. Menschen neigen nämlich ganz allgemein dazu, zu vergessen. ;)

Denn aus welchem Motiv heraus sich Menschen auch immer territorial verändern: Den meisten Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen, fällt dieser Schritt nicht leicht und sie tun ihn schweren Herzens.

Und so habe ich persönlich großes Verständnis und Mitgefühl für die Menschen, die ein neues, ein besseres Leben beginnen möchten. 

Wusstest du übrigens, dass gelebtes Mitgefühl, Verständnis und Hilfsbereitschaft ganz praktisch und automatisch biblische Werte vom reinen Wort zur sichtbaren Tat werden lassen?

In Mt.25 z.B. erinnert Jesus uns alle an den Tag des Gerichts. (Auch wenn heute immer weniger darüber gepredigt wird, weil viele Kirchgänger davon nichts hören wollen, WIRD dieser Tag kommen – auch unabhängig davon, ob jemand das glaubt oder nicht.) Jesus gibt uns einen kleinen Ausblick in die Zukunft und beschreibt, dass er zu dieser Zeit als der rechtmäßige König auf seinem Thron sitzen und die Menschen in zwei Gruppen trennen wird, ganz so, wie ein Hirte die Herde in Ziegen und Schafe trennt. 

Auf der linken Seite werden die Ziegen sein, rechts die Schafe. Zu denen auf der rechten Seite wird der König sagen: "Kommt her! Ihr seid von meinem Vater gesegnet! Nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch vorbereitet ist. Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben…ich war ein Fremder und ihr habt mich aufgenommen." (aus Mt.25,31 ff – NGÜ)

Und dann werden sich diese Menschen wundern und fragen, WANN sie denn Jesus jemals hungrig oder als Fremden sahen und ihm geholfen hätten?

 „Ich sage euch: was immer ihr für einen meiner Brüder getan habt - und wäre er noch so gering geachtet gewesen -, das habt ich für mich getan.“

Dann wird er zu denen auf der linken Seite sagen: „"Geht weg von mir, ihr seid verflucht! Geht in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel vorbereitet ist. …denn… ich war hungrig und ihr habt mir nicht zu essen gegeben, …ich war ein Fremder und ihr habt mich NICHT aufgenommen!" 

Und auch sie werden verwundert fragen, wann dies denn alles geschehen sein soll, worauf der König ihnen antworten wird: "Was immer ihr an einem meiner Brüder zu tun versäumt habt, das habt ihr mir gegenüber versäumt."

Ein anderes Beispiel in dem Zusammenhang ist Abraham. Eng mit Gott verbunden und im absoluten Gehorsam seinem Schöpfer gegenüber verließ Abraham sein Vaterland. Er lebte sehr gut in einer der, für die damalige Zeit hochentwickeltsten, Städte. Gott will ihn überreich segnen. Doch bevor diese Verheißung 25 Jahre später Realität wird, erlebten Abraham und seine Frau Sarah sehr herausfordernde und schwierige Zeiten. 

Im 1.Mose 12 lesen wir: 

"Es kam aber eine Hungersnot in das Land. Da zog Abraham hinab nach Ägypten, dass er sich dort als Fremdling aufhielte; denn der Hunger war groß im Lande.“  

Abram und Sarai (wie sie damals noch hießen) sind als Flüchtlinge rechtlos und der Willkür anderer ausgeliefert. Abram fürchtet um sein Leben. In seiner Todesangst sieht er nur einen Ausweg, um sich zu schützen: er bedient sich einer Notlüge und gibt seine Frau Sarai als seine Schwester aus. Die Strategie geht nicht auf, wie wir wissen, denn hilflos muss er zusehen wie Sarai im Harem des Pharao verschwindet. Du kannst die ganze Begebenheit in 1.Mose 12, ab Vers 11 nachlesen. 

Was hat das aktuell mit uns zu tun? Nun, wie leicht lässt sich über Flüchtlinge wie Abram urteilen: "Selbst schuld! Hätten sie doch nicht gelogen! Todesangst hin oder her... Wären sie dort geblieben wo sie waren!" Das erinnert mich an die Flüchtlinge der heutigen Zeit: aus Angst, abgeschoben zu werden, leugnen sie oft ihre wahre Identität.

Aber Gott ist barmherziger als wir! Wo alles verschlossen scheint, da öffnet er eine Tür. Der Pharao muss Sarai freigeben, weil Gott zu seiner Verheißung steht.

„Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.“

Ja, der Zuwachs der Flüchtlinge ist beachtlich und bringt – so gesehen – durchaus einen frischen Wind in unser Land und in die Bürostuben der Politik. Dort wird er nachweislich auch gebraucht, um herkömmliche, dicke Staubschichten weg zu pusten. Aber es braucht m.E. weder eine Lobby, die idealisiert, noch braucht es die chronischen Schwarzmaler.

Denn so wie mein Vater zu den fleißigsten und geradlinigsten Menschen gehört, die ich kenne, besitzt jeder Flüchtling, der ehrlichen Herzens und mit der aufrichtigen Absicht produktiver Integration in unserem freien Land Schutz oder Hilfe sucht, einmalige Gaben und Fähigkeiten, mit denen er seinem Umfeld unmittelbar dienen und uns allen nützlich sein kann. Davon bin ich überzeugt.

Wir alle - Asylgebende und Asylsuchende - brauchen aktuell Menschen, die bereit sind, zielorientiert tragfähige Lösungen zu suchen und diese dann AKTIV helfen, umzusetzen. 

AKTIV muss auch die Politik werden - das steht außer Frage. Keiner von uns ist James Bond und rettet mal eben ganz allein und klischeehaft die Welt. Aber anstatt sich in sinnlosen Diskussionen zu verzetteln, in denen Hass oder Angst das einzige Propagandamittel zu sein scheinen, sollten wir DAS tun, wozu wir heute schon in der Lage SIND: einen lösungsorientierten Beitrag in unserem unmittelbaren Umfeld und direkt vor unserer Tür zu leisten - PARALLEL  zu den laufenden politischen Veränderungen. 

Jemand sagt vielleicht, er traut sich nicht vor seine Tür, weil ja alles "viel zu gefährlich würde"? Auch kein Thema, denn die Bibel sagt ausdrücklich, dass es das Wertvollste, was ein Mensch für seine Stadt und für sein Land tun kann, ist, zu BETEN. D.h., anstelle permanent zu kritisieren, sind wir ganz besonders angehalten für die zu BETEN, die in Verantwortung stehen. 

Freund, bete für deine Regierung!

Was hält dich und mich davon ab, regelmäßig/ täglich für Frau Merkel & Co zu beten und um Weisheit für sie und ihre Mannschaft zu bitten? Es kostet uns nix, außer zehn bis fünfzehn Sekunden. Da wir alle täglich 86.400 Sekunden zur Verfügung gestellt bekommen, ist die „Investition“ doch geradezu  lächerlich klein. Kleine Sache - große Wirkung, denn Beten wirkt Wunder! Das bezeuge ich dir.  

„Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken. Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen. Ich bin der Herr, euer Gott.“ (3. Mose 19, 33-34) 

Vor diesem Hintergrund wollen auch wir in unserem Dienst von God is good aktive Unterstützer sein und den Worten Taten folgen lassen, wo immer uns das möglich ist. In Kürze erhältst du detaillierteres dazu.

„Alles, was für den Triumph des Bösen benötigt wird, ist, dass gute Menschen nichts tun.“ (Edmund Burke) 

Sei behütet und gesegnet! Liebe Grüße, deine Anett Kladrowa                                     

Link zum Thema: https://gottspric.ht/beten-wirkt-wunder/ 

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