Dein Gig-Kick für Februar 2016

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Hallo Freund,

ist das nicht ein herrliches Foto? Das glasklare Wasser des Blue Lake in Neuseeland ermöglicht einen absolut genialen Blick bis zum Grund des Sees.

Wünschen wir uns nicht auch manchmal, den absoluten Durchblick zu haben, wenn wir nicht wissen, wie es weitergehen soll? Wenn uns eine Beziehung alles abzufordern scheint, was wir aufzubringen in der Lage sind, wenn die Kinder uns Sorgen machen, wenn vielleicht am Ende des Geldes noch zu viel Monat übrig ist oder wir mit gesundheitlichen Beschwerden kämpfen, die einfach nicht in den Griff zu bekommen sind… Wer von uns wünscht sich da nicht DIE Lösung für das Problem, den Durchblick im augenblicklichen Wust?

Ich erinnere mich an eine (bis dahin erfolgsverwöhnte) Zeit, in der plötzlich das Wort LEBEN rückwärts gelesen Programm war: NEBEL… Die Lösung des Problems, in welchem ich steckte, war für mich absolut nicht erkennbar oder greifbar. Es war sprichwörtlich nebulös.   

Damals versuchte ich - angestrengt und rückblickend viel zu lange - intuitiv, mich noch fokussierter einer vermeintlichen Lösung dieser Sache zu widmen. Sämtliche Energie, die ich aufbringen konnte, investierte ich in bester und aufrichtiger Absicht in dieses Ziel. Das Verrückte dabei war, dass ich genau genommen nur willkürlich irgendwelche Aktivitäten intensivierte, von denen ich hoffte, sie würden schon irgendwann greifen. Denn was ich wirklich hatte, war das Problem - was ich definitiv NICHT hatte, war eine echte Lösung. Ganz klar: Mir fehlte der Durchblick! 

Mit Gott hatte ich seinerzeit noch nix erlebt, außer mich sonntags "pflichtbewusst" zum Gottesdienst aus dem Bett geschält zu haben, um (manchmal wenigstens körperlich) anwesend zu sein, ein paar – genau genommen halbherziger und ritualisierter Gebete am Abend, über denen ich dann meistens einschlief und vieler "medienwirksamer" Aktivitäten wie z.B. das Lektorenamt in der örtlichen Kirchgemeinde, die Durchführung von Kindergottesdiensten sowie die aktive Teilnahme an diversen Gemeindeveranstaltungen. All das brachte mir zwangsläufig eine entsprechende reputative Publicity ein, die vorbildlich und beispielhaft schien. Dazu muss ich sagen, dass ich das alles lebte, ohne mir über meine Halbherzigkeit und das im Grunde meines Herzens religiöse Pharisäertum im Klaren zu sein. Ich wusste es einfach nicht besser.

Vor diesem Hintergrund traute ich dem Gott aus der Bibel auch nicht zu, eine Lösung für meinen augenblicklichen Brennpunkt zu kennen. Was tat ich also? Ich schraubte nochmals alle Aktivitäten hoch, denen ich auch nur ansatzweise ein lösungsorientiertes Potential unterstellte…, um dann doch am Ende nur ausgepowert, resigniert und beschämt festzustellen, dass ich erbärmlich auf der ganzen Linie versagt hatte. Ich verstand das alles nicht… 

Eines Tages ging ich völlig kraft- und hoffnungslos und mit einem gebrochenen Herzen auf meine Knie. Unter Tränen der Kapitulation und Verzweiflung betete ich: „Gott, wenn es dich wirklich gibt, bitte hilf mir!“

Heute glaube ich, dass dies bis zu diesem Zeitpunkt das erste ehrliche Gebet meines Lebens war. Und dieses Gebet erhörte Gott! Immer wieder nahm ich mich in der Folgezeit bewusst heraus aus meinem alltäglichen Aktionismus, um still zu werden und zu beten. Denn in all dem NEBEL war mir eins KLAR: Mit MEINEM Latein war ich am Ende.

Was dann passierte, überstieg meinen Verstand - den ich bis dahin als blitzgescheit eingestuft hatte - um Längen. Ich konnte nicht fassen, geschweige denn einsortieren oder erklären, was in den nächsten Wochen und Monaten passierte. Es geschahen plötzlich Dinge, die nicht wissenschaftlich erklärbar, aber alle überwältigend und gut waren! Ich begann, mich mit der Bibel zu beschäftigen und stellte fest, dass ich dort praktikable Antworten auf ganz alltägliche Fragen fand...

Je mehr ich diese „Tipps“ in meinem Alltag involvierte, umso besser gelang er. Mit der Zeit lernte ich Gottes Wort und seine Gegenwart als das ultimative Navigationssystem für gelingendes Leben überhaupt kennen und wertschätzen. 

Etliche Jahre und unzählige Erfahrungen voll fassungslosen Staunens und begeisterten Kopfschüttelns später ;) will ich heute um KEINEN Preis der Welt mehr darauf verzichten. Gott ist der absolute Hammer und eine echte Herzensbeziehung mit ihm das spannendste Abenteuer, was dieses irdische Leben überhaupt zu bieten hat. :)

Ich weiß, dass auch heute Menschen an ähnlicher Stelle stehen wie ich damals.

Ihre Zeit scheint immer mit irgendetwas gefüllt sein zu müssen. Abgesehen vom Schlaf gibt es praktisch keine Minute mehr, in der nicht entweder der Job, ein Hobby oder andere Treffen und Aktivitäten praktiziert werden. Wenn dann doch mal "Ruhe" möglich wäre, dann läuft aber wenigstens Musik aus Radio, iPod o.ä.; TV und Internet vertreiben die Zeit. Es gibt - abgesehen vom Nachtschlaf - keinen ruhigen und stillen Moment. 

Diese Dauerbeschallung entspricht nicht unserer wahren Natur. Im Gegenteil: Schweigen und Stille haben regelrecht wohltuende und sogar heilsame Wirkungen. 

Als meine Tochter noch klein war und sie zu viele Eindrücke aufgenommen oder Kummer hatte, weinte sie. Dann war sie in dem Moment nicht sonderlich offen für meine Worte, egal wie empathisch ich sie ansprach oder ob ich mir besonders große Mühe gab, die richtigen Worte zu sagen. Am besten hat dann geholfen, sie einfach nur liebevoll in den Arm zu nehmen und zu wiegen. 

Es gibt einen Kummer, da helfen keine Worte. 

Das ist auch noch so, wenn wir längst erwachsen geworden sind. Es gibt Situationen im Leben, da trösten uns keine Worte, da hilft nur Nähe, liebevoll schweigende Nähe. 

Beim Lesen des neuen Testaments fiel mir auf, dass sogar Jesus sich sehr oft zurückzog, um allein mit Gott zu sein. Er machte diese Intimität mit seinem Vater zur Priorität, weil er wusste, dass diese stille Gegenwart mit ihm UNENTBEHRLICH war, um die nötige KRAFT zu tanken… Kraft für seinen Job, für seine Aufgaben und um dem Druck und den Anfeindungen um ihn herum standhalten zu können. 

Dazu fällt mir ein, wie ich vor Jahren einmal mit einem einzigartigen Freund schweigend zusammensaß. Irgendwann sagte er lächelnd zu mir: "Ich genieße das Schweigen." :) Ja, das ist sicher die höchste Form der Freundschaft, wenn ich mit einem Freund einfach nur schweigend zusammensitzen kann. Wir brauchen dann keine Worte, weil Worte jetzt nur stören würden. Wir genießen unsere Nähe - und das mit allen Sinnen - wirklich wohltuend und wunderbar. Dieses Genießen fühlt sich dann an wie ein sehr kostbares Geschenk - und das ist es tatsächlich. 

Wenn du mit Gott zusammen bist, ist das genauso wie mit deinem besten Freund: Dann kann es sein, dass du mit ihm ganz intensive Dialoge führst. Es kann aber genauso sein, dass ihr die Stille zusammen genießt. Gott ist der Liebhaber deiner Seele. Er wird dir zu jeder Zeit genau das geben, was die Sehnsucht des Augenblicks in deinem Leben stillt. Manchmal dürfen wir deshalb einander auch schweigend GENIESSEN. :) 

Stille tut gut, jedem von uns. Wir müssen sie aber zulassen. Dies ist eine der schwersten Entscheidungen in unserem Alltag. 

Ständiger Aktionismus trübt unseren Blick, vergleichbar mit der vom Wind aufgepeitschten Wasseroberfläche eines Gewässers. Es ist uns dann UNMÖGLICH, auf den wahren Grund der Sache zu sehen, denn nur ein STILLES Gewässer sieht KLAR

In der Verlangsamung liegt der Wahrnehmungsgewinn.

Oder um es mit den Worten des Psalmschreibers (Ps 46,11-SLT) weiterzuführen: "Seid STILL und ERKENNT, dass ich Gott bin."

Dein Terminkalender sollte daher nie so vollgestopft sein wie der Kofferraum deines Autos für die Urlaubsreise. ;) Besser ist es, immer noch Platz für Überraschungen zu lassen. :) 

Ich bete für dich, dass du den Schatz und den Wert der Stille mit Gott ganz neu (oder wieder) für dich entdeckst, um sie dann in vollen Zügen zu genießen.

Vielleicht gibt es in deinem Leben gerade auch Bereiche, in denen dir die notwendige Klarheit fehlt. Wenn dich etwas belastet und du einfach nicht weiter kommst, dann sei versichert Freund: Gottes Liebe ist stärker als jede Last und jede Enttäuschung in deinem Leben.

Probiere es ganz einfach aus. Bete zu Gott, auch wenn dein Gebet z.B. mit „…Gott, wenn es dich wirklich gibt und du mich wirklich liebst, will ich dich kennenlernen... Hilf mir bitte!..." beginnt. ;) Erzähle ihm deine Nöte, Sorgen und Ängste. Bitte ihn, sich darum zu kümmern und glaube mir, er tut es, wenn du es ehrlich meinst. Sei dir dabei bewusst, dass er direkt und unverzüglich die Lösungen auf den Weg bringt, diese aber nicht zwingend nach unserem, sondern nach seinem Zeitplan sichtbar werden. Er hat halt nachweislich einfach den besseren Über- und Durchblick. Dafür versetzt uns rückblickend seine Antwort auf Gebet allerdings nicht selten in unfassbares Erstaunen. :) Gott ist absolut vertrauenswürdig. 

In Jesaja 30,15 spricht Gott durch den gleichnamigen Propheten zu seinem Volk: "Durch Still sein und Vertrauen könntet ihr STARK sein."

Und in diesem Sinne ermutige ich dich, diese Kraftquelle der Stille anzuzapfen. Vertraue Gott, nachdem du deine Last vor ihn gebracht hast, denn seine Hilfe ist dann bereits unterwegs.

Habe nur Geduld! Unter dieser Last von Schnee grünt die Erde schon."  (E.-H. Rohlandt)

         Von Herzen deine Anett Kladrowa und das God is good Team

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